„’Etwas ist faul im Staate – oder nicht sein − Dänemark‘. Immer wieder setzt die sanfte Computerstimme zum ‚Hamlet‘ an, aber ihr Programm hängt. (…) Dass sich an diesem rätselhaften, anregenden, aufregenden Abend in den Sophiensælen aber gar nichts einfach nur abspult, dafür sorgt auch diese höchst sinnreich verzerrte Computerstotterei. Sie spiegelt nicht nur schön, in welcher Sinnlosschleife sich bloß reproduzierendes Theater generell bewegt, das mit jeder kleinen Irritationsidee nichts als kleine Geistesblitze in Kunstköpfen abfeiert. (…) Und so mutiert dieser ‚Hamlet‘ tatsächlich zum ‚Doppelhamlet‘, der nicht nur in Gestalt zweier Spieler neben einem Wasserbecken auf der Bühne Gesten der Anspannung und Erschlaffung wechselt, sondern der sich im Publikum selbst ausbreitet. Die Hamlets, das sind wir.“Doris Meierhenrich, „Berliner Zeitung“, 3. Juni 2013

Performative Installation – Sophiensaele, Berlin, 31.5. – 4.6. 2013 / PATHOS München, 9.-13. Oktober 2013

In der performativen Installation DOPPELHAMLET waren die Besucher eingeladen, einen offenen Raum aus Performern, Video-Installationen und Klanglandschaften zu erforschen, und waren gezwungen, sich ihren eigenen Standpunkt dazu bewusst zu machen.

Ausgangspunkt war eine infame Hypothese: Was, wenn der schöne böse Bube Hamlet einfach Unrecht hatte? Was, wenn er verrückt war und sein Wahn den Staat Dänemark in Gefahr gebracht hat? Vielleicht kann Dänemark sich im Krieg gegen den Terror aus Norwegen gerade keinen Hamlet leisten?

DOPPELHAMLET war die Setzung einer Arena für einen Konflikt. Zwei Hamlets wurden aufeinander losgelassen, wie im Duell. Für das Publikum galt: Hinsetzen ist nicht genug. Man muss in Bewegung bleiben, sich die theatrale Installation erwandern, wenn man das ganze Bild sehen will. Es darf sich aber jeder sein Stück aussuchen. Jeder bekommt seinen Lieblingshamlet.

 In the performative installation DOPPELHAMLET, visitors were invited to explore an open landscape of performers, video installations and soundscapes and were forced choose their own perspective.

DOPPELHAMLET was based on an infamous hypothesis: what if the beautiful bad boy Hamlet was simply wrong? What if he was simply mad and his madness put the state of Denmark in danger? Maybe the state of Denmark can’t afford a Hamlet right now that it is arming itself against Norwegian terrorists?

DOPPELHAMLET built up an arena for conflict. In it, two Hamlets are played off against one another, back to back, set up as if in a duel. The rule for the audience is: sitting down isn not enough. You have to keep moving and walk around the theatrical installation, if you want to get the whole picture. But this means that everyone can choose his or her own snippet. Everybody can have their favorite bit of Hamlet.

MIT: Jochen Stechmann, Elisa Duca, John McKiernan, Robin Detje / MUSIK: Jochen Arbeit / VIDEO: Chris Kondek / TEXTE: Robin Detje / KOSTÜM: Elisa Duca, Andrea Bonfini / PRODUKTIONSLEITUNG, DRAMATURGIE:  Katrin Dollinger / REGIEASSISTENZ: Assaf Hochman / HOSPITANZ: Chris Möller / TON Adriano Angiolini / LICHT: Walter Freitag / BAUTEN: Billy Burns, Uri Oppenheim / PRODUKTIONSFOTOS: Eduardo Balanza / PRESSE: björn & björn

Eine Produktion von bösediva in Koproduktion mit PATHOS München und SOPHIENSÆLE. Gefördert vom Hauptstadtkulturfonds.